Die Zukunft der Menschheit und die Umstellung auf die natürliche Wirtschaftsordnung

(Europäische Metall-Union in Hungary, 26.08. 2009)

Sehr geehrte Damen und Herren!

Erlauben Sie mir im Vorfeld zu erwähnen, dass ich nicht Wertneutral bin, und meine Vorlesung auf die Anerkennung der Grundwerte der universellen Moral beruht. Unter universeller Moral verstehe ich die Anerkennung und Schutz der Grundbedürfnisse, Interessen und Werte aller Menschen. Bevor wir mit der Analyse der Probleme der Globalisierung beginnen, müssen wir die Natur der Probleme untersuchen. Aus Sicht der Lösungsmöglichkeiten teilen wir die Probleme entweder als konvergent oder als divergent (abweichend) auf. Zur Lösung von divergenten Problemen eignen sich nicht die Methoden zur Lösung von konvergenten Problemen. Die abstrakten mathematischen Methoden sind auf die konvergenten Probleme der Naturwissenschaften gut anwendbar, somit sind diese Probleme zumindest theoretisch lösbar. Im Gegensatz dazu sind die mathematischen Methoden zur Lösung von Problemen, die sich mit Menschen, mit der menschlichen Gesellschaft und mit ihrem Tun – so auch mit der Volkswirtschaft – befassen, nur bedingt als Hilfsmittel anwendbar.

Auf divergente Probleme existieren immer mindestens zwei gültige Antworten. Auf konvergente Probleme ist theoretisch eine einzige richtige Antwort möglich. Probleme, die sich mit den Menschen befassen sind divergent. Jede menschliche Handlung komplex und dynamisch ist und sich nur durch Gegensatzpaare erfassen lässt. Alle Lebensbereiche der Gesellschaft stellen auch ein Gleichgewicht zwischen den gegensätzlichen Polen dar, die ununterbrochen zum kippen neigen und fortwährend der Ausgleich hergestellt werden muss, wenn wir die Entstehung einer Extremsituation vermeiden wollen. Ich stelle diese einleitenden Anmerkungen durch jeweils ein Beispiel dar. Für das konvergente Problem wird als  Beispiel herangezogen, wie  ein mit Muskelkraft angetriebenes Fahrzeug mit zwei Rädern gebaut werden soll. Nach zahlreichen Lösungsvorschlägen wird der Kreis der Antworten eingeengt, bis am Ende sich eine einzelne, dauerhafte Lösung zeigt: Dieses Fahrzeug ist das Fahrrad, von dem selbstverständlich mehrere Varianten existieren können.

Diese Lösung ist deswegen korrekt, weil sie sowohl den Naturgesetzen, als auch den menschlichen Ansprüchen genügt. Die Essenz der konvergenten Probleme ist, dass je gründlicher wir sie studieren, die Antworten sich desto mehr herauskristallisieren. Diese wissenschaftlichen, mechanisch-technischen Probleme sind also im Grunde genommen lösbar, weil in Ihnen der Mensch nicht präsent ist. Die Physik, die Chemie, die Astronomie, bzw. solchen Wissenschaften wie  die Mathematik und die Geometrie beschäftigen sich mit konvergenten Problemen.

Bei Problemen, die sich auf Menschen, auf das gesellschaftliche Leben, auf die Volkswirtschaft beziehen, machen wir die Erfahrung, dass je intensiver wir sie studieren, umso mehr wir auf Widersprüche stoßen. Je logischer und klarer diese Antworten sind, umso mehr widersprechen sie sich selbst. Deswegen können wir diese Probleme auch verzweigend, abweichend bzw. divergent nennen. In menschlichen Gemeinschaften, die wir als Gesellschaft bezeichnen, stehen meistens die Forderung nach Freiheit und die Forderung nach Gleichheit gegenüber. Erstere bevorzugt die Starken letztere die Schwächeren. Die Gleichheit beschränkt die Freiheit, die übertriebene Gleichheit und die Gleichmacherei, beseitigt die Freiheit. Während der Beschäftigung mit dem Menschen und der menschlichen Gesellschaft stoßen wir auf das menschliche Leben und auf sein typisches Gegensatzpaar der Geburt und Wachstum auf der einen und Verfall und Untergang auf der anderen Seite, bzw. in gesellschaftlicher Hinsicht auf die Gegensatzpaare Freiheit und Ordnung.

Wegen diesen unüberwindbaren Gegensätzen ist das Gleichgewicht des menschlichen Lebens, und somit das Gleichgewicht der Gesellschaft und der Wirtschaft nicht mit abstrakten mathematischen Formeln zu beschreiben. Auch wenn sie nicht exakt lösbar sind, sind sie doch vorübergehend überwindbar. Dazu müssen wir auf Grund der gegenseitigen Abhängigkeit und Verantwortung die Grundbedürfnisse und Interessen aller unseren Mitmenschen vor Augen halten, wir müssen also nach der christlichen Moral unsere Nächsten genauso lieben, wie wir uns selbst.

Das gegensätzliche Bedürfnis der Freiheit und der Gleichheit kann aber mit Hilfe der Brüderlichkeit, der Solidarität, der Gefühl der Zugehörigkeit eine harmonische, sich gegenseitig ergänzende und aufrechthaltbare Einheit bilden. In diesem Fall können nicht die Logik, sondern die menschlich-historische Erfahrung und die höheren Fähigkeiten göttlicher Ursprungs (oder aus den Naturgesetzen ableitbare Fähigkeiten) des Menschen maßgebend sein.

Unserer Auffassung nach bedeutet Gott die absolute Gerechtigkeit und die unbedingte, für alle verpflichtende, universale Moral, zu der jeder Mensch durch seine transzendente Dimension Anschluss finden kann. Das bedeutet, dass wir uns über uns selbst erheben. Zum besseren Verstehen der divergenten Probleme können wir sagen, dass in einer substantivisch-ethischen Demokratie, die auf der Basis der direkten Teilnahme funktioniert, man gleichzeitig  die Rechtsprechung und das Erbarmen benötigt.

Scheinbar negiert das Eine den Anderen, in der Wirklichkeit macht die zwischen beiden bestehende Abhängigkeit die Ordnung einer solchen substantivischen Demokratie erst lebendig und ausgeglichen, welche sich wesentlich vom System der gegenwärtiger, in eine Alibi-Demokratie verpackter, plutokratischer Diktatur unterscheidet.  Rechtsprechung ohne Mitleid ist Grausamkeit. Das Mitleid andererseits bedeutet ohne disziplinierenden Zwang Chaos und Anarchie.

Die Gesellschaft braucht gleichzeitig die Änderung und die Stabilität, das Festhalten an Traditionen und die Erneuerung, die gemeinsame Geltung der öffentlichen und der private Interessen auf Grundlage des ständig zu erneuernden Konsenses zwischen beiden.

Auch im Wirtschaftsleben muss man Anforderungspaaren, doppelten Anforderungen gleichzeitig genügen. Das harmonische, stabile, ausgewogene Wirtschaftsleben braucht gleichzeitig den festen Funktionsrahmen des Marktes, und die Freizügigkeit seiner Teilnehmer, die vorausschauende Planung, die Freiheit des „machen wie man will”, ein gesundes Wachstum und den natürlichen Verfall.

Die Gesellschaft, und innerhalb dieser die Gesundheit des Wirtschaftslebens hängt von der gemeinsamen und kontinuierlichen Erfüllung dieser gegensätzlichen Voraussetzungen ab. Wird nur eine Voraussetzung erfüllt, macht eine Gesellschaft unbarmherzig, führt zunächst zur Unausgeglichenheit und später zum Zerfall.

Das geschah mit dem sozialistischen System nach sowjetischem Typ, dessen herrschende Schicht das Ergebnis der Arbeit der Bürger mit polizeistaatlicher Gewalt wegnahm, und sich die unbeschränkte Verfügungsgewalt über sie sicherte, einschließlich der Verfügungsgewalt über ihr Leben. Das Vermögen ist Macht, und wer über das Vermögen mit einem absoluten Recht verfügt, hat auch die absolute Macht über die Menschen.

Wie wir wissen, ist dieses System kläglich gescheitert. Die ultra-liberale plutokratische Weltordnung, in der die Besitzer des globalen Geldmonopols mit monetären Techniken sich die Ergebnisse der Arbeit der anderen Menschen aneignen und mit Hilfe des unter ihrer Hegemonie akkumulierten Geld- und Sachvermögens auch die Weltherrschaft für sich sichern will, steht auch vor dem Gleichen. Dieses System ist auch unausgeglichen, und wir sind Zeugen seines Zerfalls.

Der Begriff der Globalisierung wurde von amerikanischen Strategieplanern und Think-Tanks,  gegen Ende der fünfziger Jahre eingeführt. Die wahre Karriere verdankt der Begriff Globalisierung allerdings dem, in den siebziger Jahren publizierten Bericht der Club of Rome. Da wir auch im Falle der Globalisierung mit einem divergenten Problemkreis zu tun haben, gibt es Meinungen, die die Inhalte der Globalisierung anerkennen und unterstützen und es gibt welche, die ihr kritisieren, bzw. sogar bekämpfen.

Diejenigen, die sie akzeptieren, beschreiben die Globalisierung so, als ob sie aus Naturgesetzen abgeleitet werden könnte. Sie betrachten die Globalisierung als einen integralen Bestandteil der Beziehung zwischen Mensch und Natur. Deswegen ist die Globalisierung nicht nur unvermeidlich, sondern mit Entwicklung und Fortschritt gleichbedeutend. Früher hat man für die Auswirkungen der Globalisierung auch den Ausdruck Modernisierung verwendet, jedoch hat man hier nicht die Modernisierung der menschlichen Gesellschaft verstanden. Das hätte eine gerechte Umgestaltung der Gesellschaft bedeutet, in der der volle Arbeitsertrag bei dem geblieben wäre, der ihn schuf.

Die technische Modernisierung bedeutete hingegen die Entfaltung der technologischen Revolution: die sich auf fossile Energieträger stützende Industrie und Verkehr, das Auto, das Flugzeug, sogar die Rakete, aber man muss auch das Telefon, das Radio, das Fernsehen, das Internet und vieles mehr hierzu zählen. Nach diesem technisch modernisierenden Verständnis der Globalisierung sind diese weltweiten Prozesse ähnlich den Naturgesetzen nicht beeinflussbar. Gleichzeitig sind ihre Auswirkungen grundsätzlich positiv, weswegen man die Globalisierung als einen natürlichen und unvermeidlichen Bestandteil der langfristigen Entwicklung der Menschheit begrüßen muss. Dazu fügen die Befürworter noch hinzu, dass die Globalisierung in Wirklichkeit wertefrei und aus dem Gesichtspunkt der politischen Macht ein neutrales Phänomen sei.

Sie betrachten die Globalisierung von der menschlichen Wertbestimmung als unabhängig. Diese Auffassung stellt die Existenzberechtigung der Globalisierungskritik in Frage, da die Naturgesetze wie zum Beispiel die Schwerkraft nicht den Gegenstand einer Rezension bilden können. Da wir, wie ich bereits erwähnt habe, mit einem divergenten Problemkreis zu tun haben, betrachten wir es als natürlich, dass in den letzten zwei Jahrzehnten eine ganze Reihe an globalisierungskritischen Aktivitäten entstand.

Daraus entstanden starke anti-globalistische Proteste und Massendemonstrationen. Ein Teil der Rezensionen stellt die quantitative, während der anderer Teil die qualitative Kritik der Globalisierung in den Vordergrund. Die Ersteren halten zwar den Prozess als unvermeidbar, kritisieren aber nur seine Maßlosigkeit. Deswegen möchten sie die Kräfte der Globalisierung in irgendeiner Form regeln.

Hierzu kann man auch die, immerhin schon dritte, Enzyklika von Papst Benedikt XVI. zählen, die pünktlich vor dem am 8.Juli in Italien stattfindender G8-Gipfel veröffentlicht wurde.  Zu einer Kritik der relevanten Teile der Enzyklika kehren wir später noch zurück.

Nach Meinung einer anderen großen Gruppe der Globalisierungsgegner gibt es inhaltliche, qualitative Probleme mit der Globalisierung. Das Problem ist nicht bloß, dass ein Prozess sich über seine Möglichkeiten ausbreitet und damit nicht mehr handhabbar wird, sondern die Globalisierung an sich eine zerstörerische, gefährliche, aus Sicht der Menschheit als verhängnisvoll zu betrachtende weltgeschichtliche Entwicklung ist.  Sie behaupten, die Globalisierung kein Naturgesetz und deswegen nicht unvermeidlich, sondern ein sehr wohl unnatürlicher, gar die Natur zerstörender Prozess sei. Sie weisen nach, dass die Behauptung der politischen und ideologischen Neutralität der Globalisierung nur ein Experiment der heute schon real existierende plutokratische Machtstruktur ist, mit dem Ziel, sich selbst durch verfälschte Interpretation als nichtexistierend darstellen zu wollen. Das zu kritisieren, was nicht existiert, wäre damit auch sinnlos.

Diese Frage trifft das Kernproblem der Globalisierung, denn, wenn keine Machtstruktur existieren würde, die dieses System auf die Welt zwingen wollte, und sie nicht dessen Begünstigte wäre, dann könnten auch keine Gegenkräfte existieren, die dieses System in Gleichgewicht halten würden. Der Grundsatz der Systemtheorie sagt aus, dass jedes System mit der Zeit zusammenbricht, wenn sich in ihm keine sich ausbalancierenden Gegenkräfte wirken. Eine nur in sich existierende, sich treibende Kraft ist zur Selbstkontrolle unfähig, und wird unvermeidlich selbst zerstören.

Dieser Zins-Mechanismus zwingt die Weltwirtschaft zu einem Wachstum, das die unersetzlichen fossilen Energiequellen aufzehrt, unsere natürliche Umgebung zerstört, die zur Regeneration nicht mehr länger fähig ist. Auf unserer Erde mit endlicher Natur kann kein Subsystem unendlich lang wachsen. Wir brauchen kein unendliches Wachstum, sondern nachhaltige Ressourcen und die Erhaltung der Heimat der Menschheit, den Planeten namens Erde.

Der Zins und das von ihm kontrollierte Geldsystem sind zum unendlichen Wachstum fähig, nicht aber die Realwirtschaft. Unsere Welt seit 250 Jahren beherrschende, plutokratische Zivilisation ist eine nicht aufrechthaltbare Ordnung, die bislang auch nur durch irgendeine Form der Gewalt am Laufen gehalten werden konnte. Deswegen können wir die Globalisierung als das Herrschaftssystem der Gewalt – des fortdauernden weltweiten Bürgerkriegs – betrachten.

Das erste Element der plutokratischen Weltordnung ist das Netzwerk der multinationalen Unternehmen. Das zweite Element bilden die transnationalen Finanzstrukturen. Hierzu gehören die Bretton- Woods-Zwillinge, also die Weltbank und der Internationaler Währungsfonds (IMF), die Welthandelsorganisation WTO, die Investmentfonds, die Ratingagenturen und die Zentralbanken. Die dritte Säule der Macht der plutokratischen Weltordnung ist die Bewusstsein-Industrie. Ihre Massenmedien, Wissenschafts- und Bildungseinrichtungen formulieren und verbreiten den Interpretationsrahmen, der das Weltherrschaftssystem der Globalisierung als ein Naturgesetz darstellt.

Der Wettbewerb zwischen Real- und der Finanzwirtschaft

Bereits aus dem bisher gesagten geht eindeutig hervor, dass das gegenwärtig die Welt beherrschende plutokratische System nicht unternehmerische Freiheit und nicht  Marktwirtschaft bedeutet. Sie unterscheidet sich deutlich von der auf die Bedürfnisbefriedung der Menschen ausgerichteter Ökonomie, also der echten Volkswirtschaft ab.

Bereits Aristoteles unterschied scharf  zwischen  einer Wirtschaft zur Befriedigung der menschlichen Bedürfnisse und der Finanzwirtschaft, die aus Geld noch mehr Geld macht, wo das Gewicht auf die Warenschieberei, und nicht auf die Produktion gelegt wird. Die Ökonomie beschäftigt sich mit der Herstellung zum Leben notwendige und für den Staat nützliche Güter. Sie erschafft Gebrauchsgüter.

Demgegenüber will die Finanzwirtschaft aus Geld noch mehr Geld machen. In der Realwirtschaft liegt das Hauptaugenmerk auf der Bedürfnisbefriedigung. Die Geldschöpfung erfolgt durch wirtschaftliche Tätigkeit. Das Geld als Medium der wertschöpferischen Produktionswirtschaft  ist ein vereinbartes Zeichen, welches das Vertrauen der Wirtschaftsteilnehmer genießt. Das Geld jedoch ist in sich genommen wertlos. Wert hat nur das, wofür es als Symbol steht. Aus diesem Grund würde die Herstellung dieses Wertzeichens nur denjenigen zustehen, die die Werte schaffen.

In der gegenwärtigen plutokratischen Weltordnung hat sich die Geldschöpfung vollständig von der Herstellung der Produkte und Dienstleistungen abgekoppelt. Deswegen ist selbst die Geldschöpfung zu einem Industriezweig geworden, wo man die Generierung von riesigen Geldmengen bereits jenseits der Realwirtschaft angestrebt hat. Auch die gegenwärtige Finanzkrise wurde dadurch verursacht, dass von der Produktionswirtschaft abgekoppelte Finanzindustrie in der Größenordnung von mehreren Hundert Trillionen nicht gedecktes Geld geschöpft hat, und dazu Finanzprodukte mit virtueller Deckung, die sogenannten „toxic assets”, also toxischen Wertpapiere kreierte. Die aus den nicht gedeckten Dollar Trillionen entstandene Geldblase musste zwangsläufig platzen.

In dieser Krisensituation wurde klar, dass das Geld nur Sekundärrolle spielt und die echten Werte nur in der Produktionswirtschaft hergestellt werden. Das Werte-Symbolik, d.h. Geld produzierende Bankensystem verteilt lediglich das Ergebnis der Arbeit anderer. Eine der Alternativen zur gegenwärtigen globalen Geldmacherei ist die soziale Marktwirtschaft und der Wohlfahrtsstaat.

Ein weiterer Ausweg könnte der Schutz der lokalen Interessen und die Aufrechthaltung der monetären Autonomie (sogenannte Protektionismus). Aus dem Begriff des monetären Protektionismus machten die Nutznießer des plutokratischen Systems ein Schimpfwort, wobei er nichts anderes bedeutet, als den Schutz der schwächeren Wirtschaftsteilnehmer vor den übermächtigen wirtschaftlichen Raubtieren.  Zur Herstellung einer harmonischen Kombination aus Globalisierung und Regionalisierung unternahm man bereits Experimente, vor allem in Japan und Taiwan, Südkorea, Hongkong, Singapur sowie in Malaysia. Das gegenwärtige plutokratische System spricht von einer freien Marktwirtschaft, betreibt aber in der Wirklichkeit eine ultraliberale Monopolwirtschaft, eine Art ökonomisches Machtsystem. Diese Monopolwirtschaft steht in eklatanten Gegensatz der fruchtbaren Kombination aus Protektionismus und Wohlfahrtsstaat gegenüber. In der ultraliberalen plutokratischen Weltordnung unternehmen die Finanzstrukturen und Firmenimperien, die die Weltwirtschaft beherrschen alles, um die regionalen Interessen, also den Wohlfahrtsstaat zu zerstören.  In diesem globalen plutokratischen System ist die Wirtschaft zu einem Fließband mutiert, der die Funktion hat, das Geldkapital von unten nach oben zu den Eigentümern der Finanzsphäre strömen zu lassen.

Die Umgruppierung der Einkommen von der produktiven Arbeit in Richtung des Finanzkapitals, erfolgt durch Monetisierung, Privatisierung und mit der Schaffung eines grenzüberschreitenden, transnationalen Marktes. Das wichtigste ist die Monetisierung, also die Verknüpfung aller existierenden Sachen und menschlicher Tätigkeiten mit einem auf irgendeiner Weise in Geld ausgedrücktem Preis. Der Trick hierbei ist, dass diejenigen, die nicht über dieses Zwischentauschmittel verfügen, keine Chance auf ein Durchkommen im plutokratischen System haben. Sie haben keine andere Wahl, als den Anschluss zu denen zu finden, die zur Liquidierung verdammt sind. Wenn wir die zukünftigen Wege zur Überwindung der gegenwärtigen Lage suchen, dann müssen wir zur wissenschaftlichen Voraussicht greifen. Das bedeutet unter anderen, dass wir versuchen, die Notwendigkeit und die Wahrscheinlichkeit der Möglichkeiten zu erfassen um so den Ausweg zu finden.

Die Alternative zur plutokratischen Globalisierung kann das auf dem Vorrang des Produktivkapitals beruhendes weltweites System sein, in dem Körperschaften die als juristische Personen gelten, als die Verkörperung der ökonomischer und gesellschaftlicher Verantwortungslosigkeit abgeschafft werden. In der natürlichen Wirtschaftsordnung kann Eigentum nur durch die Bindung an einer natürlichen Person existieren und die Größe des Eigentums hängt von der Leistung des Eigentümers ab.

Der Eigentümer als natürliche Person wird im Verhältnis zu seiner Leistung am Gewinn beteiligt und verfügt über diesen Mehrwert frei. Das ist nicht das gescheiterte System der extremen Gleichheit und der schädlichen Gleichmacherei. Das ist aber auch nicht mit dem ebenfalls auf extremen Vermögensunterschieden basierenden System der plutokratischen Weltordnung gleichzusetzen, das man bevorzugt demokratischen Kapitalismus nennt. Im neuen Eigentumssystem kann nur natürliche Person der Eigentümer sein, und die Größe seines Eigentums richtet sich nach seiner Leistung. Die Ordnung der rechtlichen Ungleichheit würde in die Stelle der heutigen extremen unrechtlichen Ungleichheit treten.

In dem als Sozialismus genannten System hat der Parteistaat mit Gewalt von den Werktätigen ihr Eigentum und das Ergebnis ihrer Arbeit genommen. Die Mitglieder der Parteistaat führenden Nomenklatur haben ohne persönliche Leistung über die Freiheit der materiellen Güter verfügt. In der jetzigen plutokratischen Diktatur, wird das Ergebnis der Arbeit von Anderen mit Hilfe des monetären Privatmonopols enteignet. Sie haben das Recht zur  Herstellung des Vermittlermediums der Wirtschaft (also des Geldes) von den Staaten weggenommen, und zu ihrem  Banksystem weitergeleitet. Das Privatmonopol des Geldes macht den Entzug der Güter in der Form von Zinsen möglich, die die Verschuldung der Staaten, der Teilnehmer der Wirtschaft und der Leute zur Folge hat. Die so in Gang gesetzte Schuldenspirale verursachte den kontinuierlichen Zustrom der erstellten Güter in die Hände der Besitzer des Geldmonopols. In beiden Systemen also im staatsmonopolistischen und im geldmonopolistischen System gilt die unrechtliche Ungleichheit, weil auf naturwidriger Weise nicht derjenige über das Ergebnis der Arbeit verfügt, der das hergestellt hat. Dieses naturwidrige System muss durch der menschlichen Natur entsprechendes System der rechtlichen Disparität ersetzt werden. Das ist die natürliche Wirtschaftsordnung, in der zwischen Mensch und Mensch in erster Reihe ihre Leistung den Unterschied bestimmt.

In der auf der Priorität der Produktion beruhenden natürlichen Wirtschaftsordnung verringert sich die Rolle des monetären Systems, und die primäre Funktion des Geldes wird wieder die Übermittlung der Wirtschaftsvorgänge sein. In diesem neuen System wird die Möglichkeit beseitigt, vom Geld unmittelbar – mit dem Umgang der Produktion und der persönlichen Leistung – mehr Geld herzustellen. In die Stelle der mit dem Privatgeld-Monopol betriebene Zinseszinswirtschaft tritt das öffentliche Geldsystem. Das Zinswucher nehmende Kreditgeld wird vom neutralen Weltgeld abgelöst, das zu den wirklich freien und auf gleichmäßigen Chancen funktionierenden Welthandelsbeziehungen führen kann.

Die Benennung natürliche Wirtschaftsordnung hat zuerst Silvio Gesell deutsch-argentinischer Geschäftsmann benutzt.  Gesell war allbekannt sozial verbundener Denker und wurde in 1919 auffordert, den Finanzminister der damaligen bayerischen Kabinett zu sein. Silvio Gesell ist bereits 1930 gestorben, und stand gegen sowohl den Marxismus als auch den Nationalsozialismus. Der Amerikaner Irving Fisher weltbekannte Wirtschaftswissenschaftler – Mathematiker hat sich selbst den bescheidene Schüler von Silvio Gesell argentinischer Geschäftsmann genannt. John Maynard Keynes hat aber gesagt, dass die Welt mehr von ihm lernen wird, als von Marx, und die 21. Jahrhundert gehört ihm.

Gesell leitet den Begriff der natürlichen Wirtschaftsordnung von dem natürlichen Wesen des Menschen ab. Wenn wir den Begriff des Geldes nicht auf irgendeiner irrationalen übermenschlichen Macht zurückführen lassen, das die menschliche Gesellschaft beherrscht, sondern aus dem freien Spiel der Kräfte und aus dem Vernunft, dann kommt eine neue Harmonie der Wirtschaft und Gesellschaft zustande. Gesell hat betont, dass ein Wirtschaftsystem nur dann als natürlich bezeichnet werden kann, wenn keine Privilegien, d.h. Monopolen enthält, und sie von der geldkapitalistischen Schicht nicht mehr beherrscht wird. Solche natürliche Wirtschaftsordnung kommt von sich selbst nicht zustande. Sie kann nur dort zustande gebracht werden, wo alle Privilegien, zuerst das private Geldmonopol abgeschafft werden, weil den Beteiligten der Wirtschaft gleichmäßig gebührende wirkliche Chancengleichheit nur so gesichert werden kann.

Gesell wird von der führenden Schicht der jetzigen plutokratischen Weltordnung verschwiegt und er ist nicht beliebt, obwohl Gesell hat sich von der rassischen und antisemitischen Ideologien scharf distanziert. Die auf den Existenzkampf basierende Theorie von Darwin hat einen tiefen Eindruck auf ihn gemacht, aber Gesell hat derer automatische Übertragung auf die Gesellschaft und auf die Wirtschaft abgewiesen. Er hielt die Zusammenhaltung eines Volkes für natürlich und gesund, deshalb hat er den gemäßigten Nationalismus als gesund angenommen. Den übertriebenen Nationalismus, den Chauvinismus hat er aber abgelehnt. Er hat so gedacht, dass in die Stelle der expansionistischen Bestrebungen der Nationalstaaten eine, auf Gleichheit der europäischen Staaten beruhende Kooperation treten soll. Er war davon fest überzeugt, dass die Bedingung des Friedens in der Geltendmachen der Gerechtigkeit, sowohl in der monetären – wirtschaftlichen, als auch in den gesellschaftlich – politischen Verhältnissen, einschließlich der internationalen Beziehungen ist. Zuerst soll also die auf die allgemeine Moral liegende Gerechtigkeit geschaffen werden, erst dann kann es um den dauerhaften Frieden gehen.

Meine persönliche Meinung ist, dass es keinen guten Kapitalismus und kein gutes plutokratisches System gibt, jedoch ist eine aufgrund der gleichen Chancen funktionierende einigermaßen berechtigte Marktwirtschaft ohne Monopole zu verwirklichen. Kapitalismus ist nicht identisch mit der Marktwirtschaft, und hat noch weniger mit der sozialen Marktwirtschaft zu tun. Die wirkliche Marktwirtschaft ist ein System das sich zur natürlichen Person, und zu ihrer Leistungen bindet, und für alle Beteiligten der Wirtschaft die Freiheit der gleichen Chancen zusichert. Das Funktionieren des jetzigen plutokratischen Weltsystems wird dadurch ermöglicht, dass sie über das wichtigste Monopol, über das mit dem Zinsmechanismus aufrechterhaltene Privatgeldsystem verfügt. Gesell hat das so nicht formuliert, aber auf mehreren Stellen hat er für den offenen und von allerlei Monopolen befreiten Weltmarkt plädiert.

Auch er hat sich für die Abschaffung der Zollgrenzen, der kurzsichtigen nationalistischen Handelsprotektionismus eingesetzt. Er hat den Zweiten Weltkrieg nicht erlebt, so musste er damit nicht konfrontieren, dass nach dem Krieg zustande kommendes Geldsystem und dessen Organen mit universalen Wirkungsbereich, die Weltbank und die Internationalen Währungsfond alle die Interesse der transnationalen Geldkartell repräsentieren. Gesell wollte einen internationalen monetären Verband, der ein über alle Währung stehendes neutrales Weltgeld hervorgebracht hätte. Ein, für die Ausübung der Macht ungeeignetes, „sanftmütiges“ Geld wäre dieses neutrale Geld gewesen. Ein solches neutrales Weltgeld wäre in der Lage den Welthandel so zu beeinflussen, dass es sich gerechte Tauschverhältnisse bilden können.

Die plutokratische Macht ist ungeeignet eine Wirtschaft zu betreiben, die den Bedürfnissen und den Interessen von jedem einzelnem Menschen befriedigt. Das Geldsystem, das durch den Zinsenmechanismus zum anhaltenden Zuwachs gezwungen ist, zerstört zwangsläufig die zur Aufrechterhaltung des Lebens benötigte natürliche Umwelt und die Ressourcen der Erde. Sozialismus und Kapitalismus sind nicht die Alternativen zueinander, beide sind der Gegensatz der auf Chancengleichheit ruhenden Marktwirtschaft, der gerechten Disparität.

Die Gegensätze der Marktwirtschaft und der Zerfall des staatsmonopolistischen und des geldmonopolistischen Systems haben zahlreiche Ursachen. Die tiefsten Ursachen sind in den Fehlern des Geldsystems zu finden. Der erste solche Fehler ist, dass der Zinsenmechanismus den Geldumlauf nur auf der Mittlerstrecke – auf der Langstrecke aber nie, oder überhaupt nicht – sichern kann. Die andauernde Zinsenentnahme ist nämlich eine mathematische – logische Absurdität, deshalb kann es den Geldumlauf nur für eine begrenzte Zeit aufrechterhalten

Die Mehrheit unserer Zeitgenossen glaubt immer noch, dass wir nur dann Zinsen zahlen, wenn wir Kredit aufnehmen. Das ist ein Irrtum, weil jeder Produktpreis Zinsen enthält, den der Kreditnehmer Hersteller und Dienstleister dem Bankensystem zahlt, um Produktionsmittel zu beschaffen. Nach der Hirnwäsche der Massenmedien glauben wir auch, dass die Zahlung von Zinsen eine berechtigte Dienstleistung ist. Das Zinssystem wiederverteilt nur das hergestellte Einkommen, und zwar so, dass das Geld kontinuierlich von den Arbeitnehmern zu den Geldbesitzern fließt. Auch das ist ein Irrglaube, dass wir wegen der Inflation Zinsen zahlen müssen. Die Inflation ist eine Begleiterscheinung des Kreditgeldsystems, das Zinsen für die Zusicherung des Geldumlaufs benötigt. Zinsen ermöglichen Einkünfte ohne Leistung, und wie wir schon erwähnt haben, zwingt die Wirtschaft auf einen gewaltigen, unnatürlichen Zuwachs und steigert die Ungleichmäßigkeiten zwischen den Einkommen der einzelnen Menschen.

Gesell wollte das öffentliche Geldsystem wiederherstellen. Das hätte nicht mehr als Mittel zur Zinseinnahmen zu dienen gehabt. Der Geldumlauf wäre nicht durch den Zinsmechanismus, sondern durch  Geldnutzungs-, beziehungsweise Geldhortungsgebühren gewährleistet. Das wäre nicht diejenigen vorteilhaft gewesen, die über eine Menge Geld in Überzahl verfügten, sondern dem Ganze der Gesellschaft und dem sie vertretenden Staat oder Region, der dieses Geld in den Umlauf gebracht hat. Die Rolle des Geldes wäre damit auf ihre ursprüngliche Rolle, also ein vermittelndes Tauschmittel beschränkt.

Das monetären Weltsystem und die wirtschaftliche Weltkrise hat die führende Gruppe des jetzigen plutokratischen Weltsystems vor einen Scheidenweg gestellt. Es ist ihnen klar, dass nicht nur das finanzielle und wirtschaftliche System in Krise steckt, sondern das ökologische Gleichgewicht unseres Planeten außer Kontrolle geraten ist. Deswegen kann die Ablösung  des jetzigen auf Privatgeld-Monopol basierende und mit dem Zinsmechanismus betätigten Systems nicht mehr weiter hinaus verzögert werden. Wir haben schon erwähnt, dass der jetzigen plutokratischen Weltsystem eine Art privates Reich darstellt, das nicht aus den grundsätzlichen Interessen der Ganze der Menschheit, sondern aus dem selbstsüchtigen Interesse der privilegierten Interessengruppe dieser Weltordnung ausgeht. Das auf die Tagesordnung gesetzte Neue Weltsystem (New World Order, NWO) hat die Beseitigung der mit industriellen Mittel hergestellten Dollar-Trillionen notwendig gemacht, die Verwandlung des vorhandenen Geldes auf gedecktes Geld in erster Reihe durch die Verschuldung der Staaten in der Weltgeschichte bisher unbekannten Ausmaßen. Die Welt – Elite erwägt auch eventuell in einen Waffenkonflikt zu fliehen. Pläne werden über ein, mit Edelmetall gedecktes Weltgeld geschmiedet, einerlei Global Single Currency und auch die Gründung einer Zentralbank mit globalem Wirkungsbereich wird in Betracht gezogen. Aber noch wurde nicht entschieden, ob diese Bank die BIS in Basel, oder die Internationale Währungsfond, oder eine dritte Organisation sein sollte.

Die globale Elite des plutokratischen Weltsystems will über das freie Wirtschaftsmodell von Silvio Gesell nicht hören. Trotzdem die mit dem freien Geld zusammenhängen Vorstellungen von Gesell gewinnen immer mehr an Boden. Über das von Gesell empfohlene freie Geld hat Irving Fisher, der der Ratgeber von Präsident Roosevelt war, gesagt, dass es den Umlauf des Geldes entsprechend regeln könnte. In dem jetzigen mit Zinsmechanismus betätigten Geldsystem stört am meisten der Zinsmechanismus selbst die Stabilität des Preisniveaus. Fisher war der Meinung, dass die richtige Anwendung des freien Geldes in ein Paar Wochen den USA aus der Krise heraushelfen würde, in die sie seit 1929 steckte.

Fassen wir zusammen, warum die plutokratische Weltordnung in Krise geraten ist? Zuerst deshalb, weil die Finanzwirtschaft sich von der produzierenden Wirtschaft nicht nur abgetrennt hat, sondern sie auch unter seine Kontrolle gebracht hat.  Dieses finanzielle System ist mit dem von den Banken hergestellten Luftgeld („Fiat Geld“) und mit der Spekulation eine Parasitenkonstruktion, die die Gesetzmäßigkeiten der Ökonomie verachtet. Dadurch, dass die Geldwirtschaft sich von der Produktivwirtschaft abgetrennt hat, kam ein unausgeglichenes System zustande. Das, den Bedürfnisse aller Menschen dienende Gemeinwohl wurde den egoistischen Profitinteressen der Geldvermögenden unterworfen. Auch das vermittelnde Signal der realwirtschaftlichen Prozesse, das Geld, hat sich auch verändert. Die Schuld hat die Rolle des Geldes übergenommen. Das Schuldgeld unterscheidet sich von dem normalen Geld, in dem es ursprünglich mit Zinsen belastet zustande kommt. Das führt zwangsläufig zu der Verschuldung und die Versetzung in abhängige Position der anderen Teilnehmer der Wirtschaft.

Der Hauptfehler der jetzigen Wirtschaft ist die Zwangsverschuldung. Diese plutokratische Wirtschaft, die heute schon weltweites Ausmaß erreicht hat, hat den einzelnen Nationalstaaten verboten, sich selbst Geld zu emittieren, ihr eigenes Kreditsystem selbst regeln zu können. Bezüglich der Strategie der Führungsgruppen in der kapitalgesteuerten Weltordnung, lohnt sich aus der Schrift von Carroll Quigley zitieren. Er ist ein amerikanischer Universitätsprofessor und zugleich Mentor von Bill Clinton. Er schrieb auf der Seite 324 in seinem Buch „Tragödie und Hoffnung“, dass das Ziel derjenigen internationalen Eigentümernetzwerke die an Geld sehr vermögend sind nichts geringeres sei, „als das System der Finanzkontrolle in privaten Händen zu schaffen, der im Stande ist, das ganze politische System der einzelner Ländern und die Weltwirtschaft zu beherrschen. Dieses System würde feudalistisch von den Zentralbanken kontrolliert im Einklang  mit jenen heimlichen Abmachungen der regelmäßig behaltene Meetings und heimliche Konferenzen“.

Die Zentralbank der Vereinigten Staaten von Amerika namens FED, die 1913 gegründet wurde, ist ein privates Geldinstitut welches sich im Besitz von Privatbanken befindet. Da dieses Institut eines der wichtigsten Einrichtungen auf dem Terrain der plutokratischen Weltordnung ist, hat ihre Aktivität wiederum weltweiten Einfluss. Aufgrund dieser Aktivität der FED fehlt es andauernd an Kapital zur Befriedigung der Bedürfnisse der produzierenden Realwirtschaft. Erst das ermöglicht es den im Besitz des internationalen Geldkartells befindlichen Privatbanken den Mitgliedern der Realwirtschaft ihre Hilfe anzubieten, für entsprechende Zinssätze ihr finanzielles Defizit zu beheben. Die Zentralbanken wurden somit zu den institutionalisierten Verschuldungsinstrumenten der produzierenden Wirtschaftszweige. Durch die künstliche Einschränkung des im Kreislauf befindlichen Geldes wird erzwungen, dass die Mitglieder der Wirtschaftswelt zu den diktierten Zinssätzen die Kredite aufnehmen.

Diejenigen, die das Monopol des Kredit-Geldsystems in den Händen halten, haben großes Interesse daran, dieses System zu verallgemeinern und zugleich zu einer weltweiten Rolle zu verhelfen. Im Interesse der Aufnahme von Krediten und der damit einhergehenden Verschuldung wurde ein spezielles, übermäßiges Konsumverhalten gefördert. Der Wunsch nach Neuem löste das bescheiden sparsame und an dem verfügbaren Guthaben orientierte Denken ab. Aufgrund der Instabilität der gegenwärtigen Geldwirtschaft und ihres Hauptwechselkurses – des FED-Dollar -, wird die Problematik des Geldes und der Zinsen wieder zu einer wichtigen Frage der internationalen Politik. Die Finanzkrise erschuf nicht nur wirtschaftliche, sondern auch soziale und politische Krise.

Es ist hier darauf hinzuweisen, wie innerhalb der letzten anderthalb Jahren Ungarn durch das internationale Geldkartell geplündert wurde. Ungarns Verschuldung begann zwischen 1973-1989, als das Land 1 Milliarde Dollar Kredit aufnahm. Im gleichen Zeitraum bezahlte man 11 Milliarden Dollar allein an Zinsen, um dann immer noch auf einem Restschuldenberg von 22 Milliarden Dollar zu sitzen. Im Jahre 1990 entschied sich die demokratisch gewählte Regierung, dass das Nationalvermögen zum Teil privatisiert werden soll, um aus den Einnahmen die Schulden zu begleichen. Die FED schätzte das nationale Eigentum auf über 130-140 Milliarden Dollar ein.

Zu 90 Prozent wurde dieses verkauft, um in den vergangenen 19 Jahren insgesamt 20 Milliarden Dollar einzunehmen. Die Zentralbank, die  ausschließlich der ausländischen Finanzstruktur untersteht, behielt das oben genannte Kapital auf dem eigenen Devisenkonto und versorgte den ungarischen Staat wiederum nur mit der Nationalwährung, mit Forint. Nachdem dieses Geld in der Nationalwirtschaft zirkulierte, wurde es bei den Multis als Profit in ungarischer Währung, also in Forint aufgeführt. Ebenso wurden die Zinsen in den Banken und die Dividenden für die Investoren nur in Forint aufgeführt.

In den letzten anderthalb Jahren haben die transnationalen Finanzstrukturen das Einkommen der ungarischen Nationalwirtschaft verkommen lassen indem sie das Land mit spekulativem Kapital überschwemmt haben. Solange 1995 das Fünffache des Bruttoinlandsproduktes (25 Tausend Milliarden Forint) auf den Bankkonten umgesetzt wurde, war das BIP (28 Tausend Milliarden Forint) 2008 bereits das Dreiundvierzigfache! Dieser riesige Betrag an Devisen (besonders Euro und Dollar) wurde dafür ins Land gebracht damit der Nominalzins anstatt der 2-3%, auf 12-14% festgesetzt werden konnte.  Als diese riesige Zinsmarge seine Arbeit getan hat, nahm man das Kapital erneut aus dem ungarischen Kreislauf. Dazu war und ist allerdings eine sehr große Rücklage auf dem Devisenkonto der  Zentralbank nötig. Diese Rücklage betrug 2008 zwar 18,5 Milliarden Euro, war aber dennoch nicht groß genug, sodass das internationale Geldkartell zusammen mit der FED und der EU Ungarn weitere 25 Milliarden Dollar bzw. 20 Milliarden Euro Rücklagen aufzwang, um dann endlich die Differenz aus den Zinsen aus dem Land ausführen zu können.

Der Bevölkerung wurde versichert, dass die Staatskasse in eine Situation nahe des Bankrotts geraten ist und zur Abwehr des Staatsbankrotts, bzw. zur Bewahrung von Arbeitsplätzen in der Realwirtschaft es notwendig ist das zur Verfügung stehende Darlehen über 25 Milliarden Dollar zu akzeptieren – ein Bereitstellungszinssatz von über 5% wird auch bei Nichtabruf des Kredites erhoben.

Bis zum heutigen Tag wurden bereits 80% dieser riesigen Summe abgerufen, allerdings ohne irgendwelche Erklärung seitens der FED, der Zentralbank und dem Staat, wer das Geld in Anspruch genommen hat. Ungarn liegt im Vergleich des finanziellen Defizits zu den anderen EU Ländern im Mittelfeld. Dasselbe kann man über die Verschuldung Ungarns im Ausland sagen. Als Resümee schließt man daraus, dass weder die Verschuldung des ungarischen Staates noch die Haushaltskasse es notwendig gemacht haben dem o.g. sehr hohen Kredit aufzunehmen.

Da die Akteure der Produktionswirtschaft – in erster Linie der ungarische Mittelstand – auch ferner kein Kredit zugeteilt wurde, kann man davon ausgehen, dass dieses Geld nicht, wie die Massenmedien in die Köpfe der Menschen zu hämmern versuchen, zur Rettung von Arbeitsplätzen herangezogen wurde. Bis zum heutigen Tag kann man nicht wissen, wer von diesem Kredit profitiert hat, da am 29. Juli 2009 kein geringerer als der Direktor der Raiffeisen Bank und  der Präsident der Ungarischen Bankverein Péter Felcsuti bestätigte, dass die Banken  von diesem Geld nichts bekamen. Da weder der Staat, noch die produzierenden Wirtschaftszweige, noch die zur Bankverein gehörenden Geldinstitute von dem Kredit profitierten, frage ich nun wer den Gewinn an den bisher vergebenen 80 Prozent des Kredites gezogen hat?

Nur kann das die Antwort sein: es wurde damit das Devisenkonto der Zentralbank prall gefüllt, so könnte diese ernorme Zinsmarge Ungarn verlassen. Die ausländischen Finanzinstitute haben einen hohen Zinssatz der Ungarischen Nationalbank erreichen können. Solange ganz Europa und andere Länder  der Welt die leitenden Zinssätze stetig reduzierten, Ungarn erhöhte sie auf das Anderthalbfache, nominell auf 11,5%. Auch derzeit liegt der leitende Zinssatz in Ungarn noch immer hoch genug, 8,5%.

Die andauernde Geldkrise bereitet nicht nur solche Anschlussländer, wie Ungarn Schwierigkeiten, sondern auch Industrieländer haben es mit ihrer Schuldenlast schwer. Die monetären Konflikte (zum Beispiel mussten EU Länder aus öffentlichen Gelder 3000 Milliarde Euro Schulden übernehmen um Banken auszuhelfen, die im zum globalen Kasino gewordenen Geldsystem verantwortungslos gehandelt haben) treffen die Grundlagen der aktuellen  plutokratischen Weltordnung und die Stabilität der Weltwirtschaft. Das gegenwärtige plutokratische System hat bewiesen, dass es unnatürlich ist, und längerfristig keine Existenzberechtigung hat. Die Freiheit der wohlhabenden Elite in diesem System mutierte in den unbeschränkten Missbrauch der Freiheit der Anderen.

Deswegen ist es ein grundsätzlich unnatürliches, sogar abartiges System. Als natürlich kann man die Umstände angeben, die sich an den menschlichen Existenzbedingungen passen. Zum menschlichen Wesen passt nur die Ordnung, die jedem Menschen materiellen Zuwachs ermöglicht, und wo die optimale individuelle Entwicklung jedem gewährleistet wird. Wir können die natürliche wirtschaftliche Gesellschaftsordnung dort finden, wo die Leute davon am meisten profitieren können. Man muss beachten, dass der Ertrag und die Leistung der Wirtschaft im Interesse der Menschen stehen sollen, und nicht umgekehrt steht der Mensch im Interesse des Profits und des Zinses.

Gesell betrachtete die gesunde Konkurrenz als wichtig, weil nur das ermöglicht die Entwicklung der Bestleistenden und das Ausscheiden der Unfähigen. Den Naturgesetzen passender Wettbewerb ist nur ohne Vorrechte möglich. Nur so könnte eine  Chancengleichheit gewährleistet sein, wenn über den Ausgang des Wettbewerbs die Leistungen der einzelnen Menschen entscheiden.

Den Wettbewerb mit Chancengleichheit braucht man die Freiheit über Gerechtigkeit und über Wahrheit frei reden zu dürfen. In einem Zeitalter, wo es so viele Geheimnisse gibt – denken wir an Staatsgeheimnisse, Geschäftsgeheimnisse, Bankverkehrsgeheimnisse und Staatssicherheitsgeheimnisse -, diese viele Geheimnisse begünstigen den Erfolg betrügenden, unaufrichtigen Menschen, verbergen die betrügerischen Methoden um sich größeren Gewinn zu beschaffen. Der Mensch entspricht seiner eigenen Natur nur dann, wenn er seine legitimen und gerechten Eigeninteressen und seinem eigenen Selbsterhaltungsinstinkt nachgehen kann.  Es ist bewiesen, dass der Mensch sowohl alleine, als auch in der Gemeinschaft nur dann eine optimale Leistung erbringen kann, wenn ihm diese Chancengleichheit gewährleistet ist. Der Baum kann nicht schlecht sein, wenn er gute Früchte trägt. Man muss eine solche gesellschaftliche Freiheit anstreben, die die unternehmerische Freiheit auch in sich trägt.

Eigennutz und Egoismus sind nicht gleich. Um ein gerechtes System betreiben zu können, muss jeder in der Lage sein seine Interessen selbst vertreten zu können. Das ist nur dann möglich, wenn jeder Menschen über dem Erlös seiner Arbeit verfügen kann. Das ist die materielle Basis zur Geltendmachen seiner Eigeninteresse, seiner Selbstbestimmung und seiner persönlichen Freiheit. Der Ertrag der Arbeit kann nur dem gehören, der ihn geleistet hat. Wenn die Wirtschaft nicht auf das Interesse des einzelnen basiert, kann die natürliche  Wirtschaftsordnung nicht funktionieren.

Die neue Wirtschaftsordnung, die die Plutokratie ablöst, soll auf den Privateigentum basieren. Unter Privateigentum können auch ihre verschiedene Gemeinschaftsvarianten und kooperative Formen verstanden werden. Keine  staatsmonopolistische Gewalt darf die Menschen ihre Freiheit, Unabhängigkeit und Verantwortung berauben, auch vom Ergebnis ihrer Arbeit nicht. Die Grundlage der individuellen und sozialen Freiheit ist das Privateigentum, und die zugehörige Selbstbestimmung.

Enzyklika von Papst Benedikt XVI. über die Globalisierung

Papst Benedikt XVI. hat in vom Erdbeben geschütteten L’Aquila am 8. Juli 2009., zur Zeit des Gipfeltreffens  sein Enzyklika „Caritas in Veritate“ – „Die Liebe in der Wahrheit“, sein drittes Rundschreiben veröffentlicht. Papst Benedikt XVI. befasst sich mit der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise, mit der Globalisierung, Entwicklung, Solidarität, und mit dem Kampf gegen die Armut. In seiner Enzyklika versucht er die Welt gerechter machen und die christliche Solidarität erhöhen. Er kommt zur Schlussfolgerung, dass die Welt eine grundsätzliche Strukturänderung braucht.

Papst Benedikt XVI. warnt, wenn der Profitgier über dem Gemeinwohl siegt, und die Spekulation zum Selbstzweck wird, dann läuft die Gefahr die Wirtschaft zu zerstören und das Elend einen weltweiten Ausmaß zu erreichen. Der Papst bezweifelt die Nützlichkeit einer völlig unkontrollierten Marktwirtschaft. Die Enzyklika weist darauf hin, dass das aktuelle Finanzsystem immer mehr seine unkontrollierte finanzielle und wirtschaftliche Gewalt missbraucht, und entzog der finanziellen und wirtschaftlichen Prozesse jegliche Moral.

In den Enzyklika schreibt er darüber: „Langfristig haben diese Überzeugungen zu wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und politischen Systemen geführt, die die Freiheit der Person und der gesellschaftlichen Gruppen unterdrückt haben, und genau aus diesem Grund, nicht in der Lage waren, für die Gerechtigkeit zu sorgen, die sie versprochen hatten.”

Der Papst meint, dass der Gewinn ist nur nützlich, wenn den Interessen der ganzen Menschheit diene. In der Wirtschaft soll die Moral dominieren und Geschäftsethik ist streng einzuhalten. In der Ethik steht der Mensch im Mittelpunkt, nicht das Profit. Der 67. Punkt der Enzyklika schlägt die grundlegende Reform des finanziellen, wirtschaftlichen und politischen Systems vor.

 „Gegenüber der unaufhaltsamen Zunahme weltweiter gegenseitiger Abhängigkeit wird gerade auch bei einer ebenso weltweit anzutreffenden Rezession stark die Dringlichkeit einer Reform sowohl der Organisation der Vereinten Nationen als auch der internationalen Wirtschafts- und Finanzgestaltung empfunden. Desgleichen wird als dringlich gesehen, innovative Formen zu finden, um das Prinzip der Schutzverantwortung anzuwenden und um auch den ärmeren Nationen eine wirksame Stimme in den gemeinschaftlichen Entscheidungen zuzuerkennen.“

„Um die Weltwirtschaft zu steuern, die von der Krise betroffenen Wirtschaften zu sanieren, einer Verschlimmerung der Krise und sich daraus ergebenden Ungleichgewichten vorzubeugen, um eine geeignete vollständige Abrüstung zu verwirklichen, die Sicherheit und den Frieden zu nähren, den Umweltschutz zu gewährleisten und die Migrationsströme zu regulieren, ist das Vorhandensein einer echten politischen Weltautorität, wie sie schon von meinem Vorgänger, dem seligen Papst Johannes XXIII., angesprochen wurde, dringend nötig.“

„Die ganzheitliche Entwicklung der Völker und die internationale Zusammenarbeit erfordern, dass eine übergeordnete Stufe internationaler Ordnung von subsidiärer Art für die Steuerung der Globalisierung errichtet wird und dass eine der moralischen Ordnung entsprechende Sozialordnung sowie jene Verbindung zwischen moralischem und sozialem Bereich, zwischen Politik und wirtschaftlichem und zivilem Bereich, die schon in den Statuten der Vereinten Nationen dargelegt wurde, endlich verwirklicht werden.“

 

Aus dem Zitat geht hervor, Papst Benedikt XVI. deutet an eine neue Weltordnung, an eine Art Weltregierung zu. Diejenigen, die sich mit dem Begriff  „Neue Weltordnung“ und „Weltregierung“ vertraut sind, erschrecken sich davor. Carroll Quigley ist bereits zitiert worden, und zwar was die Strategie der superreichen Weltbankiers ist. Zum Sieg dieser Strategie ist auch eine gemeinsame Religion notwendig, die alle Weltreligionen vereinigt, die sinkretische Religion. (Der Sinkretismus ist eine Mischung von religiösen und philosophischen Gedanken, ein spirituelles Hybridsystem).

Benötigt wird eine allgemeine Währung, die Beseitigung der Nationalstaaten und der nationalen Selbstidentität, weitläufige persönliche Kontrolle, im politischen Leben eine hart regierte Gesellschaft, tendenziöse Literatur, politische und ökonomische Führungspersonal mit Privilegien, zentral kontrollierte Informationen, Ausbildung und Gesundheitswesen, usw. Käme so ein System zustande, könnte nichts anderes sein, als eine Diktatur.

Im 20. Jahrhundert und auch in unseren Tagen hat sich die politische, wirtschaftliche, und meinungsbildende Macht enorme Konzentration nach Wunsch des weltweiten Geldmonopols erreicht. Es ist immer mehr offensichtlich, dass die plutokratische Weltelite eine Strategie verfolgt, die auf die Bildung einer Weltregierung hinausgeht. Die antiglobalistischen Denker und Bewegungen lehnen die zentral kontrollierte Weltordnung ab. Sie wollen die Religionen und die Staaten in ihrer natürlichen Form erhalten, weil die Entwicklung der Menschheit nur so gewährleistet werden kann. Demnach ist gar nicht einfach die Frage zu beantworten, was bewegte Papst Benedikt XVI. dazu, die Führung der ganzen Menschheit, in die Hände eines Machtzentrums mit weltweiter Reichweite zu überspielen?

Der Vatikan unterzeichnete die Erklärung der Allgemeinen Menschenrechte der Vereinten Nationen und der Europäischen Konvention der Menschenrechte bis  heute nicht, weil Gott, als die Quelle der Menschenrechte und politischen Freiheitsrechte nicht erwähnt wurde. Daher soll der Papst über die Mängel der Vereinten Nationen bescheid wissen, diese Weltorganisation ist anscheinend nicht bereit den Schöpfer-Gott, als der Stamm der Autorität allen individuellen und gesammelten Sitten anzuerkennen. Es ist bekannt, auch aus der Verfassung der Europäischen Union wurde das Christentum weggelassen, obwohl er eine Schöpferrolle in der europäischen Kultur gespielt hat. Der Vatikan anerkennt die Menschenrechte und die politische Freiheit, aber im Vergleich zum klassischen liberalen Ansicht-System wurde ein anderer Weg begangen.

Der Liberalismus gibt an, der Staat darf die Menschenrechte und die politische Freiheit in keinerlei Hinsicht im Namen irgendeiner sakralen-moralischen Ordnung beschränken. Der Liberalismus erkennt die Existenz dieser Ordnung gar nicht an. Demgegenüber die katholische Interpretation akzeptiert die Menschenrechte und politische Freiheit im Rahmen der christlich-sakralen Moralordnung. Die Frage besteht darin, ob der 67. Punkt der Enzyklika den Gesichtspunkt des Vatikans aufgibt? Was denkt er sich dabei, wenn er über den  Reform der Vereinten Nationen schreibt? Das Wort Reform kann nämlich nicht die Akzeptanz der Sakralität seitens der UNO bedeuten, da sie seit ihrer Gründung die Rolle der wichtigsten Institution der liberalen Machtbestrebungen gespielt hat. Der gegenwärtige Liberalismus, der zur übermäßigen Bereicherung der finanziellen Interessengruppen und dadurch zu ihrer übermäßigen Macht geführt hat, hat die Freiheit zum maßlosen Missbrauch der Freiheit von anderen genutzt.

Das Eigentum ist Macht. Der sich viel zu viel Eigentum sichert, schafft auch große Macht für sich. Die Freiheit der äußerst mächtigen Menschen bedeutet die Konzentration der von den anderen weggenommenen Freiheit. Deswegen hat der Liberalismus niemals etwas erschaffen, sondern baute die Hindernisse aus dem Weg zur totalen Weltherrschaft der Geldelite ab. Ununterbrochen zerstörte alles, das in seiner Wege lag. Der Liberalismus bedeutet lückenlose Geldherrschaft ohne gesellschaftliche Kontrolle, der gleichzeitig die Möglichkeit des unbeschränkten Missbrauchs der Macht zusichert. Die Herrschaft des privaten Geldmonopols macht möglich, dass das produktive Vermögen auch unter der Hegemonie einer minderen Interessengruppe sich zentralisiert und konzentriert. Der Neo-Liberalismus, auch Ultra-Liberalismus genannt, verdrängt die soziale Marktwirtschaft, und ersetzt ihn mit plutokratischem Wirtschaftssystem, und Alibi-Demokratie. Das ist eine Art Gewaltwirtschaft und Diktatur.

Die soziale Marktwirtschaft kann nur so entstehen, wenn sein vermittelndes Medium das zinslose „öffentliche Geld“ ist, kontrolliert von der Gesellschaft und vom Staat. Das Eigentumssystem muss so umstrukturiert werden, dass das Eigentum nur natürlichen Personen gehören, die in der Lage sind moralisch zu handeln. Die juristische Abstraktion genannt als juristische Person kann gar nicht moralisch vorgehen. Die „juristisches Person“ verkörpert eigentlich das unmoralische Geschäftsverhalten in der Wirtschaft und kann sich niemals anders verhalten als Milton Friedman gesagt hat: „The business of the business is the business” – das heißt, das Geschäft im Geschäft ist das Geschäft, sich Gewinn zu verschaffen. Es bedeutet das Weglassen aller Moralregeln.

Papst Benedikt XVI. sollte die Rolle des Geldes gemäß christlichen Grundsätzen bewerten. Das Geld ist ein wertloses, aber notwendiges Zeichen, ein  Signal, das in der Wirtschaft Werte vermittelt. Somit hat das Recht auf die Erstellung dieses Signals nur derjenige, der in der Wirtschaft Produkte herstellt oder Dienste leistet. So das Geld gehört alle, die einen Wert schöpfen. Die wichtigste Eigenschaft des Geldes ist das tragen vom Vertrauen. Es übermittelt Information aufgrund des Vertrauens. Ohne das gegenwärtige Banksystem könnte das Geldsystem und somit die Wirtschaft viel gerechter werden mit Handels- und Verrechnungshäuser. Diese Häuser könnten die Leistungen der Wirtschaftsteilnehmer verrechnen.

Das größte Problem des gegenwärtigen Geldsystems ist, dass es absolut überflüssig ist. Die Bibel verbietet das Verlangen nach Zinsen. Der Islam betrachtet es auch heute als unmoralisch. Wer sein Geld investieren will, kann es einer Bank geben, die in die Produktionswirtschaft investiert. Gibt es einen Gewinn, dann teilen Geldeigentümer und Finanzinstitut unter einander auf, wie sie vorher ausgemacht haben. Auch ein eventueller Verlust wird untereinander aufgeteilt. Aber das mit dem Zinsmechanismus betriebene Geldmonopol beharrt auf seinen Zins auch dann, wenn das Kredit dem Schuldner keinen Gewinn gebracht hat. Das heißt, die gegenwärtige wohlhabende Schicht will nicht im geringsten Maße Risiko oder Verantwortung mittragen.

Der Vatikan muss zuerst untersuchen ob es möglich wäre, zum zinslosen Geldsystem zurückzukehren, wie die Bibel und die katholische Kirche vor Martin Luther vorschrieb. Es is bekannt, dass das Christentum erst nach Calvin’s Lehre schließlich das Zinsverbot aufgab. Johannes Calvin hatte eine asketische Moralauffassung, die einerseits  zum unermüdlichen Arbeiten, andererseits zum abgedrosselten Genuss veranlasst hat. Diese Auffassung half der Kapitalkonzentration und dem Kapitalwachstum. Er teilte der Meinung von Martin Luther, in der Frage des Kapitalwachstums unterschied er zwischen gerechtem Gewinn und  ungerechter Bereicherung. Er betrachtete den gerechten Gewinn als notwendiger Effekt gewisser Berufe. Unter ungerechter Bereicherung verstand er, wenn die Bereicherung auf Kosten von anderen stattfindet.

Zu Calvins Zeiten hat die katholische Kirche den Zins verboten. Ihre Vorschriften wurden jedoch umgegangen, in dem die Zinsen als Verzugszinsen angegeben wurden. Auch die Kirche hat verzinste Kredite aufgenommen, so gelang sie selbst in eine widersprüchliche Situation. Calvin löste dieses jahrhundert altes Problem auf, als er den Zins nicht grundsätzlich abgelehnt hatte. Er hat seine Zinstheorie 1545 in seinem Werk De Usuris veröffentlicht, 9 Jahre später publizierte er seine Kommentare zu den Büchern Moses. Er schrieb: „Es gibt keinerlei Hinweis in den Heiligen Schriften darauf, dass alle Arten von Zins grundsätzlich zu verurteilen wären.“

Calvin unterschied zwischen 2 Arten von Krediten: einmal Kredit für den Verbrauch und einmal für die Produktion. Nur das Kredit für eine Produktion ist in der Lage mehr Wert zu erstellen, daher hat nur diese Art von Kredit irgendein Recht auf Belohnung, z.B. in Form von Zinsen. Seine Theorie wurde im Laufe der Jahrhunderte missbraucht, um die Erzielung eines allgemeinen Zinsnahms.

Papst Benedikt XVI. versucht das extrem widersprüchliche System des weltweiten Geldmonopols mit der Reformierung der UNO gerechter machen. Das würde jedoch eine noch höher konzentrierte Form der Staatsgewalt hervorbringen. Wenn wir davon ausgehen, dass Vermögen gleich Macht bedeutet, dann sollen wir einsehen, dass es im Laufe der Menschheitsgeschichte noch nie eine so hohe Konzentration des Vermögens gegeben hat, und zwar unter der Kontrolle einer relativ kleinen Interessengruppe.

Das UNO Forschungsinstitut in Tokio hat im Jahre 2000 festgestellt, wenn wir die Menschheit mit 10 Menschen darstellen und ihr gesamtes Vermögen mit 100 Dollar angeben, dann gehört 99 Dollar einem Menschen und 1 Dollar teilen die restlichen 9 Menschen unter sich.  Wenn wir diese Ungerechtigkeit in den Vermögensverhältnissen zulassen, dann können wir auf keinen Fall einem, der gesellschaftlichen Moral entsprechendem und sozial gerechtem Weltsystem erlangen. Die extremen  Vermögens- und Machtverhältnisse ermöglichen auch deren extremen Missbrauch.

Eine finanzielle, ökonomische und politische Dezentralisation ist unausweichlich, wo die funktionell und regional abgetrennten Machtstrukturen sich ausbalancieren und einander kontrollieren können, wie im „Checks and Balances“ der USA Verfassung steht. Die Dezentralisation bedeutet in diesem Falle, dass wir das Vermögen nur noch zu natürlichen Personen und zu ihrer Leistung binden. Dieses neue System würde die extreme Vermögenskonzentration und damit die extreme Machtkonzentration unterbinden. Gleichzeitig würden die extreme Verarmung und Abhängigkeit der Menschen verhindern.

Die weltweite Anwendung von “Checks and Balances” ermöglicht, dass die Eigentümer des privaten Geldmonopols nicht mehr ihre finanzielle und politische Macht missbrauchen können.

Wir können daher den Vorschlag von Papst Benedikt XVI. über die Reformierung und Stärkung der UNO nicht akzeptieren.

Ich möchte betonen: die extrem konzentrierte und zentralisierte Weltmacht muss man sowohl horizontal (regional), als auch vertikal (finanziell, ökonomisch, politisch und militärisch) so weit, wie möglich dezentralisieren. Nicht die Umwandlung der UNO in eine Globale Union ist notwendig, sondern auf Prinzip der Subsidiarität (Gleichberechtigung) und aufgrund der natürlichen menschlichen Gemeinschaften wie Familien, Nationen und Religionen soll ein dezentralisiertes Weltsystem erschaffen werden. Dieses System würde das Leben und die Kultur des humanen Fortbesehens gegenüber der Kultur der Ausbeutung durch Zins und Verschuldung, des maßlosen Egoismus, letztendlich der Kultur des Todes repräsentieren.

Budapest, 28.08.2009

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